Kasachstan-Guide: Unsere Route, Highlights und Erfahrungen

Kasachstan hat uns tief beeindruckt und zählt nach vier Jahren auf Reisen definitiv zu unseren absoluten Highlights. Das Land ist einfach nur gigantisch – es ist fast achtmal so groß wie Deutschland, beheimatet dabei aber nur rund 20 Millionen Menschen. Diese Weite spürt man in den ewigen Steppen, in den abwechslungsreichen Landschaften und an der atemberaubenden Natur. Wir haben die herzliche und hilfsbereite, dabei stets angenehm zurückhaltende Art der Kasachen sehr genossen. Da ein Monat bei dieser Größe des Landes kaum ausreicht, haben wir uns kurzerhand entschieden, unsere 30 Tage visumfreie Zeit zu verdoppeln. Wir haben Simba dafür an der Grenze in Taras stehen lassen und sind zu Fuß nach Kirgistan und direkt wieder zurück nach Kasachstan eingereist. Der ganze Visa-Run war in etwa 40 Minuten erledigt und hat uns weitere 30 Tage geschenkt, um tiefer in dieses faszinierende Land einzutauchen. Dennoch haben wir nur einen kleinen Teil gesehen und werden auf jeden Fall wieder kommen um noch mehr zu entdecken. Vor allem Mangystau steht noch auf dem Plan und wird vermutlich im Herbst erkundet. Alle Details zu unserer bisherigen Route und wichtige Tipps findet ihr hier.

Zeitraum: 13.05.2026 - 07.07.2026

Unsere Tour: Kotyayevka - Atyrau - Aqtöbe - Qysylorda - Türkistan - Shymkent - Taras - Almaty - Assy Plateau und Offroadtour zum Bartogay See - Korgas (Chinesische Freihandelszone) - Charyn Canyon - Karkara

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Einreise: Wir sind über die russische Grenze bei Kotyayevka eingereist. Alles war recht entspannt. Fahrer und Beifahrer mussten getrennt einreisen. Insgesamt waren wir in gut einer Stunde durch. Direkt nach der Einreise konnte man die Autoversicherung abschließen, Geld wechseln und eine Sim Karte kaufen. Jedoch sind die Preise hier nicht besonders gut.

Autoversicherung: Direkt nach der Grenze gibt es Container in denen man die Versicherung abschließen kann. Wir haben für unseren LKW für vier Wochen rund 50 Euro bezahlt. Besser ist es jedoch die Versicherung bei Spectrum of cars abzuschließen. Über die WhatsApp-Kontakte auf ihrer Homepage konnten wir die Versicherung für weitere vier Wochen für die Hälfte des Preises abschließen.

Internet: Wir haben uns direkt nach der Grenze an einem Kiosk eine Beeline Sim Karte gekauft. Die Frau hat uns bei der Einrichtung geholfen und wir haben für 30 GB rund 15 Euro bezahlt. Später haben wir die Sim Karte in einem offiziellen Beeline Shop erneut mit 30 GB aufladen lassen und dafür nur 2 Euro bezahlt. Wer es nicht ganz so eilig hat, fährt also besser in die nächste Stadt und besorgt sich dort eine Sim Karte. Die Abdeckung in Stadtnähe ist perfekt, sobald es aber in die weite Steppe oder auch in die Berge geht, hat man kein Netz mehr. Wir haben, um immer arbeiten zu können, Starlink dabei. Was sich hier auch mehr als bezahlt gemacht hat.

Geld: 540 Tenge = 1 Euro stand Juli 2026 Kreditkarten funktionieren hier wieder tadellos und man kann fast überall damit bezahlen. Auf den Märkten braucht man jedoch zwingend Bargeld. Geldautomaten gibt es in allen größeren Ortschaften. Insgesamt ist Kasachstan ein recht günstiges Reiseland. Ein Liter Diesel hat ca. 60 Cent gekostet, Lebensmittel auf Märkten oder auch Werkstattbesuche waren recht erschwinglich.

Stellplätze: Wir haben immer leicht und schnell tolle Stellplätze gefunden. Die Menschen sind uns zurückhaltend und neugierig begegnet. Nur ein mal kam morgens ein Bauer vorbei der uns wegschickte, sonst waren wir immer herzlich willkommen und gern gesehene Gäste.

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Maut: Auf einigen großen Straßen wird in Kasachstan eine Maut fällig. Wie viel du bereits zahlen musst kannst du hier nachschauen: Maut. Um den Betrag auszugleichen fragst du am besten einen Kasachen ob er dir das bezahlt und du gibst ihm das Geld dann in Bar. Wir haben das beim Aufladen der Sim Karte gemacht und die Mitarbeiterin im Beeline Shop darum gebeten. Hier konnten wir den Betrag dann sogar mit der Karte zurück zahlen.

Essen und Trinken:

  • Beschbarmak - dünne Nudelplatten die in Brühe gekocht wurden, darauf Pferdefleisch und Pferdewurst, Kartoffeln, Karotten und Zwiebel. Für und das beste Gericht.
  • Kurdak - ein Gericht aus Kartoffeln und Fleischstücken. Meist Hammelfleisch und sehr fett.
  • Kurd - getrockneter und gesalzener Quark
  • Kumys - Fermentierte Stutenmilch. Schmeckt nicht so schlecht wie es klingt.
  • Shubbat - Fermentierte Kamelmilch.
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Unsere Highlights: Eines unserer schönsten Erlebnisse hatten wir tatsächlich direkt am Anfang mit den Jungs in Atyrau. Solche Erlebnisse lassen sich natürlich nicht nachmachen, aber wir haben auch ein paar Highlights als Tipps für dich:

  • Steppe & Weite Die ersten drei Wochen fuhren wir durch die schier unendlichen Weite der Steppe. Es ist beeindruckend, wie schnell man sich in dieser Landschaft verliert, die trotz ihrer Größe nie eintönig wird, sondern sich mit jedem Kilometer auf ihre eigene Weise wandelt. Die vollkommene Ruhe dort draußen und der überwältigende Sternenhimmel in der Nacht gehören für uns mit zu den schönsten Momenten in Kasachstan.
  • Flying Theater Türkistan Die Stadt Türkistan ist zwar ganz nett, für uns aber kein absolutes Muss. Wer jedoch vor Ort ist, sollte einen Stopp im „Flying Theater“ einplanen. Dort habt ihr die Möglichkeit, in einem virtuellen Flug über die spektakulärsten Landschaften des Landes zu schweben – ein wirklich beeindruckendes Erlebnis.
  • Flugzeugfriedhof kurz vor Almaty: Ein cooler Zwischenstopp für tolle Bilder. Wir konnten sogar direkt mit Simba reinfahren und haben nichts bezahlt (43.3027, 76.1616).
  • Almaty: Für uns war Almaty die coolste Stadt des Landes. Hier kann man hervorragend ausgehen, es gibt unzählige Restaurants mit kulinarischen Einflüssen aus aller Welt und viele entspannte Parks. Wir haben einen tollen, ruhigen Stellplatz gefunden, der sogar die Möglichkeit zum Wäschewaschen bot (43.2223, 76.9078). Ein absolutes Muss ist zudem der Besuch des „Grünen Basars“. Ein kleiner Tipp von uns dazu: Lasst euch nicht nur in der ersten Halle treiben, da hier die Preise oft touristisch überhöht sind. Schaut unbedingt eine Etage tiefer – dort kaufen die Einheimischen ein, und ihr findet eine authentische Atmosphäre mit deutlich faireren Preisen.
  • Chinesische Freihandelszone Horgos: Ein kleiner Abstecher nach China gefällig? An der Grenze in Horgos ist das sogar ganz unkompliziert zu Fuß möglich. Auch wenn man sich letztlich nur in einem riesigen Duty-Free-Areal mit unzähligen Shopping-Centern bewegt, war dieses kleine Grenzabenteuer für uns eine witzige Erfahrung, die wir gerne mitgenommen haben.
  • Assy Plateau: Die Piste über das Assy Plateau war ohne Zweifel unser bisher größtes fahrerisches Abenteuer der letzten vier Jahre. Die Strecke ist extrem anspruchsvoll und verlangt Mensch und Maschine alles ab – ein geländegängiges Fahrzeug mit Allrad, hoher Bodenfreiheit und Sperren ist hier absolut notwendig. Doch die Mühe lohnt sich, denn die Natur da oben entschädigt für jede Herausforderung. Man findet sich inmitten von majestätischen Bergen, weiten Wiesen und sanften Hügeln wieder, durchzogen von glasklaren Flüssen. Überall stehen Herden von Kühen, Pferden und Schafen und dazwischen flitzen die Murmeltiere munter umher. Immer wieder stechen die vereinzelt aufgestellten Jurten der Nomaden hervor. Besonders schön: Mit großer Wahrscheinlichkeit wird man in eine dieser Jurten auf einen Tee eingeladen und bekommt so einen ganz authentischen Einblick in das einfache, ursprüngliche Leben der Menschen. Wir haben uns für die etwa 70 Kilometer lange Strecke bewusst viel Zeit gelassen und sind täglich nur rund 18 Kilometer gefahren, für die wir jeweils fast drei Stunden benötigt haben.
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