Einreise Russland

Mitte April 2026 sind wir von Georgien nach Russland. Hier ein paar Tipps zur Einreise und unsere Erfahrung:

Das haben wir vorbereitet:

  • Visum (beantragt über die Agentur: Visum-russland.org in Deutschland, 240 Euro p.P. für 30 Tage)
  • Geld getauscht (in Georgien haben wir einen besseren Kurs bekommen als in Russland)
  • Jacksons Impfbuch auf den aktuellen Stand gebracht
  • Eine eSim runtergeladen (BNE - 20 GB für 9,99 Euro, VPN brauchen wir nicht)
  • Kartenmaterial heruntergeladen (oft funktioniert kein GPS und die Sim Karte wird die ersten 24 Stunden gesperrt)

Ein Jahr haben wir jetzt in Georgien verbracht. Und die letzten drei Monate sogar in einer Wohnung in Batumi. Warum? Weil wir eine Reisepause benötigt haben und da liegt es nahe, diese in unserem Lieblingsland zu verbringen. Und warum drei Monate in einer Wohnung? Die ehrliche Antwort: Beim Bau unseres Simbas war uns das Wort „Kältebrücken“ zwar geläufig, was es aber tatsächlich bedeutet konnten wir nicht richtig einschätzen. Daher sind kalte Tage und Nächte einfach nichts für Simba.

Am 31. März ziehen wir aus unserer Wohnung aus und wieder in Simba ein. Unser Visum startet am 15. April. Wir haben also noch gut zwei Wochen Zeit um gemütlich nach Stepanzminda zu fahren. Als wir am12.April in Tbilisi ankommen schlägt das Wetter um. Es wird kalt und auf den Bergen schneit es wieder. Dann die Nachricht in einer WhatsApp Gruppe: Der Kreuzpass und die Grenze nach Russland sind wegen des Wetters geschlossen. Und das Mitte April!

Wir suchen uns einen ruhigen Platz kurz hinter der Hauptstadt, wollen das schlechte Wetter möglichst weit unten erleben und noch keine Höhenmeter fahren. Dann pünktlich zum 15. April die Nachricht: sowohl Pass Staße wie auch Grenze sollen wieder offen sein. Wir warten zur Sicherheit doch noch einen Tag ab um nicht mitten auf dem Berg irgendwo ausharren zu müssen.

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Am nächsten Morgen starten wir dann ganz gemütlich gegen halb elf. Bereits nach kurzer Strecke stehen die LKWs im Stau. Zum Glück können wir uns oft an ihnen vorbeidrängen und schaffen es somit um 14 Uhr an der Grenze zu sein. Auf Georgischer Seite ist wenig los. Ich steige aus, nehme den Fußgängerweg und Micha reiht sich hinter ein Auto. Kurzer Blick in die Pässe, kurzer Blick in Simba und wir sind beide im Niemandsland angekommen. Nach der nächsten Kurve sehen wir eine endlose Schlangen an Autos und Lastwagen. Links am Rand stehen unzählige Autoleichen.

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Wir tasten uns mit der Schlange Meter für Meter vor. Nach gut einer Stunde passieren wir einen russischen Grenzbeamten der uns an den Autos vorbei in die LKW Schlange schickt. Dank Michas guten russisch Kenntnissen können wir ihm erklären, dass wir ein Wohnmobil sind, doch das will er gar nicht wissen und zeigt weiterhin stur zur LKW Schlange. Also schön, folgen wir den Lastwagen. Die Freude ist groß, als wir sehen wie weit wir dadurch nach vorne gerückt sind. Gerade mal zehn Trucks sind jetzt noch vor uns.

Doch bald kommt die Ernüchterung. In der Autoschlange geht es schnell voran. Ständig wird die Schranke geöffnet und zig Fahrzeuge dürfen passieren. Die LKWs sind gerade mal jedes zehnte Mal dran, und dann kommen nur zwei durch. Fast zwei Stunden vergehen bis auch wir die Schranke passieren dürfen.

Jetzt stehen wir vor dem ersten Grenzhäuschen Russlands. Eine junge Frau blickt grimmig drein und fragt immer wieder was genau für ein Gefährt wir sind. Sie prüft unsere Pässe und unsere Visa ganz genau. Blättert, schaut auf uns, blättert weiter und verzieht die ganze Zeit keine Miene. Nach einer gefühlten Ewigkeit hebt sie ihren Stempel, lässt ihn über unsere Pässe schweben, wartet ab, blickt uns nochmal durchdringend an und knallt in schließlich auf unsere Dokumente.

Jetzt geht es zum nächsten Posten. Hier stehen Männer vom Zoll. Sie wirken viel entspannter und netter. Plaudern kurz mit uns und wollen dann in unsere Staubox auf dem Dach reinschauen. Wir holen also die Leiter und Micha klettert voraus. Währenddessen schauen sich zwei weitere Beamte mit mir im Innenraum um. Ich muss alle Schränke einmal aufmachen und werde gefragt ob wir Alkohol oder Zigaretten dabei hätten. „Ja, vier Flaschen Wein,“ antworte ich Wahrheitsgemäß. Jetzt noch ein Blick in die Klappen und in die Stauboxen, ein Blick in die Fahrerkabine und eine kurze Streicheleinheit für Jackson, das wars. Papiere oder gar den Chip wollen sie nicht sehen.

Sie zeigen uns die nächste Station. Normalerweise fährt man hier direkt vorbei, wenn man nicht, wie wir, auf die LKW Spur muss. Wir parken und werden zu einem Fenster begleitet. Hier gibt es das vorher viel diskutierte Papier zum ausfüllen. Wichtig: es muss alles richtig gemacht werden und mit blauem Kulli geschrieben werden. Die Kugelschreiber liegen aus und sogar ein Musterformular hängt an der Wand. Also alles halb so wild.

Trotzdem schaffen wir es, ein Kästchen zu viel anzukreuzen. Also nochmal. Und wieder bin ich zu schnell, zu schludrig und mache einen Fehler. Wieder von vorne. Jetzt passt alles, die Frau hinter dem Fenster scheint zufrieden. Händigt mir aber direkt danach ein neues Papier aus. Jetzt muss ich eine „Kopie“ erstellen. Also alles nochmal abschreiben. Diesmal klappt’s auf Anhieb und wir müssen warten. Knapp 15 Minuten später bekommen wir weitere Zettel ausgehändigt und wir dürfen passieren.

Am Ausgang wird alles nochmal kontrolliert und wir rollen schließlich kurz nach 19 Uhr das erste Mal auf russischem Boden. Ein Streifenwagen passt uns nach wenigen Metern ab, will nochmal die Papiere sehen und behält einen kleinen Zettel ein. Geht zurück zu seinem Auto und knabbert genüsslich ein paar Chips. Für uns das Zeichen: wir sind fertig.

Euphorisch machen wir uns auf den Weg nach Wladikawas bis Micha einfällt: „unsere Versicherung brauchen wir doch noch.“ Überall stehen kleine Buden die welche anbieten. Bei der nächstbesten stoppen wir. Führerschein und Fahrzeugschein werden mit dem Handy fotografiert, einem Kollegen gesendet und kurz darauf sagt der junge Mann: „3.500 Rubel (40 Euro) ok?“ Klar ok, viel günstiger als das was man vorab im Netz buchen kann. Wir stimmen freudig zu, zählen unsere ersten Rubel hin und setzten unsere Fahrt fort.

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Kurz vor Wladikawkas setzt dann das GPS aus. Aber kein Problem, wir haben uns unseren Platz bereits ausgesucht und der Weg ist auch so zu finden. Einmal der Ringstraße folgen und am oberen Ende noch ein paar wenige Querstraßen und wir sind da. Ein Parkplatz an einem Schwimmbad, neben einem Park. Perfekt für die erste Nacht in einem neuen Land. Um einen schönen, großen Platz am Rand zu bekommen, parkt ein anderer Autofahrer sogar extra für uns um. Für uns war alles ganz entspannt und auch der Verkehr bis hierhin war richtig gesittet (vor allem im Vergleich zu Georgien). Wir sind gespannt was das Land sonst noch für uns bereithält.

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