Wird Usbekistan überbewertet?

Usbekistan zwischen Traum aus 1001 Nacht und Touristanmassen

Reisezeit: 30.08. - 15.09.2026
Route: Taschkent - Buchara - Khiva - Samarkand - Taschkent
Besonderheit: Zug und Hotel Reise

Ende August sind wir in Usbekistan eingereist. An den usbekischen Grenze, Einreise wie auch später die Ausreise, wurde am meisten kontrolliert. Wir mussten alle Fächer in Simba öffnen und die Beamte haben sich alles genau angeschaut. Auch durch ein Röntgengerät mussten wir durch. Dennoch war alles entspannt und wir konnten unsere Drohne wie auch Starlink problemlos schmuggeln. Denn beides war zu diesem Zeitpunkt in Usbekistan verboten.

Da wir unbedingt all die wichtigen Städte sehen wollten und wir keine Lust auf weitere 2.000 km auf schlechten Pisten hatten, haben wir uns entschieden Simba abzustellen und das Land mit dem Zug zu erkunden. Nur für die erste Nacht und für die letzten zwei haben wir einen Stellplatz gesucht. Die Suche stellte sich als schwierig heraus und wir waren froh über unsere Entscheidung für die Kombination aus Zug und Hotel.

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Nützliche Infos

  • Züge: Das Land per Zug zu erkunden ist einfach und entspannt. Es gibt Schnellzüge, Bummelzüge und sogar Nachtzüge. Wer in der Hauptsaison reist, sollte rechtzeitig buchen, da die Verbindungen begehrt sind und oft schnell ausgebucht. Auf dieser Seite findet ihr alle Verbindungen und ihr könnt direkt online buchen.
  • Kosten: Für ein gutes Mittelklasse Hotel zahlt man pro Nacht ca. 50 Euro fürs Zimmer. Oft mit sehr gutem Frühstück. Es gibt aber auch günstigere Gästehäuser und natürlich auch weitaus teurere Hotels. Ein Abendessen inklusive Getränk in einem schicken Restaurant bekommt man für ca. 15 Euro. In den kleinen, einfachen Cafés ist es oft authentischer und meistens besser. Hier zahlt man ca. 10 Euro - oft sogar mit dem ein oder anderen Bier.
  • Kleidung: Usbekistan ist zwar ein muslimisch geprägtes Land, gleichzeitig aber auch stark touristisch eingestellt, sodass die Menschen den Anblick von Reisenden in kurzen Hosen und Trägershirts völlig gewohnt sind. An religiösen Stätten gehört es jedoch zum guten Ton, Knie und Schultern zu bedecken – eine kleine Geste der Höflichkeit und des Respekts vor der lokalen Kultur.
  • Sicherheit: In allen großen Städten entlang der Seidenstraße triffst du rund um die Uhr auf die präsente Tourist Police, die gezielt als Ansprechpartner für Reisende da ist. Wir haben uns während der gesamten Zeit absolut sicher gefühlt und hatten nie auch nur eine Situation, die sich in irgendeiner Weise unangemessen oder komisch anfühlte.Tatsächlich spiegeln das auch gängige Sicherheitsindizes wider, in denen Usbekistan in Sachen Kriminalität und Sicherheit im weltweiten Vergleich regelmäßig deutlich vor Deutschland abschneidet.
  • Reisezeit: Da der Sommer in Usbekistan mit Temperaturen weit jenseits der 40 Grad extrem heiß werden kann, eignen sich der Frühling und der Herbst um einiges besser, um das Land entspannt zu entdecken. Die Monate April und Mai sind dafür wunderbar, aber vor allem auch der September und der Oktober. Für uns war Anfang September wirklich perfekt, da wir tagsüber angenehme Temperaturen zwischen 28 und 32 Grad hatten und es nachts je nach Region auf 14 bis 21 Grad abkühlte. Zudem war es zu Beginn des Septembers noch herrlich ruhig, und erst ab der Mitte des Monats ging der Touristenansturm richtig los.
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Taschkent

Die Hauptstadt Usbekistans hat uns besonders gut gefallen. Wir haben hier insgesamt fünf Tage verbracht und uns wurde nicht langweilig. Unsere Highlights:

  • Magic City: ein kleiner Freizeitpark mitten in der Stadt, abends findet auch immer eine Show statt. Der Eintritt ist kostenlos und es gibt viel zu entdecken
  • Chorsu Basar: probiert unbedingt das Gericht Hanum, dünne Teigtaschen die mit Kartoffeln gefüllt sind und in einer Tomatmsoße serviert werden.
  • Islamic Civilization Center und die Barak-Chan Medresse: ein riesiges Areal mit wunderschöner Architektur
  • Zarkaynar Straße: wunderschöne Straße im Altstadtstil mit netten kleinen Läden
  • Taschnekt City Park: hier ist abends die Licht- und Wassershow auch ganz nett.
  • Seol Mun: eine Koreanisch angehauchte Promenade die die Freundschaft der beiden Länder symbolisiert. Es gibt unzählige Restaurants und Cafés hier. Besonders am Abend ganz schön.
  • Amir Timur Platz und das Hotel Usbekistan
  • Fernsehturm von Taschkent: die Aussicht auf die Stadt ist herrlich
  • Besh Qozon: hier wird Plov in riesigen Pfannen gemacht und man kann mitten durch die Küche gehen und dabei zusehen. Mega interessant, vom Essen waren wir aber etwas enttäuscht.
  • U-Bahn Stationen: Viele der Stationen sind richtig schön und es lohnt sich mit der U-Bahn zu fahren. Die Tickets sind extrem billig und man hält nur die Karte an einen Scanner.

Die Karte mit den Sehenswürdigkeiten findest du hier

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Buchara

Buchara fühlt sich an wie ein lebendiges Freilichtmuseum, in dem die Zeit auf faszinierende Weise stehengeblieben ist. Die historische Altstadt ist ein UNESCO-Welterbe voller prachtvoller Madrasas, imposanter Moscheen und geschichtsträchtiger Karawansereien, die allesamt von der goldenen Ära der Seidenstraße zeugen. Besonders magisch ist es, am späten Nachmittag über den zentralen Platz am Lyabi-Hauz-Teich zu schlendern, wo sich das Leben unter riesigen Maulbeerbäumen abspielt und man bei einem traditionellen Tee wunderbar das orientalische Treiben beobachten kann. Es gibt einiges zu entdecken und um die Stadt auch genießen zu können, sollte man sich zwei Tage Zeit nehmen.

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Khiva

Khiwa, das sich wie eine komplett erhaltene, von einer massiven Lehmziegelmauer umgebene Oasenstadt präsentiert und fast wie ein lebendiges Filmset aus Tausendundeiner Nacht wirkt. Wer durch die Gassen der historischen Altstadt Ichan-Kala streift, blickt auf unzählige kunstvoll verzierte Holzsäulen, Paläste und das berühmte unvollendete Minarett Kalta Minor, das im türkisblauen Glanz der Mosaiken leuchtet und das Bild dieser Wüstenstadt prägt. Spät abends, wenn die Dunkelheit einsetzt und nur noch fackelähnliches Licht die alten Gassen erhellt, entfaltet die Stadt schließlich eine absolut magische und unvergleichliche Atmosphäre, die man so schnell nicht wieder vergisst.

Die historische Altstadt von Khiva ist wie ein großes Freilichtmuseum, für das man einen Eintritt von rund achtzehn Euro bezahlt, der jedoch für volle achtundvierzig Stunden gültig ist. Mit dem Ticket kann man auch in fast alle Museen, Paläste und historische Gebäuden. Es lohnt sich auch hier zwei Tage einzuplanen.

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Samarkand

Wer den Namen Samarkand hört, träumt sofort von Tausendundeiner Nacht, und genau so ging es uns im Vorfeld jedenfalls auch. Doch dort angekommen, wurden wir im Vergleich zu den anderen Städten davor fast ein wenig enttäuscht, da Samarkand auf uns trotz seiner gewaltigen Dimensionen nicht ganz so atmosphärisch und lebendig wirkte. Was womöglich an unseren zu hohen Erwartungen oder auch an einer gewissen Sättigung nach den vorherigen Orten lag. Natürlich ist der weltberühmte Registan-Platz mit seinen drei gewaltigen, mit blauen Kacheln geschmückten Madrasas zweifellos beeindruckend, aber irgendwie fehlte uns dort auf dem großen Platz die Seele und die richtige Stimmung, da sich alles sehr touristisch anfühlt.

Viel mehr Charme versprühten da schon andere Ecken, wie etwa die riesige Bibi-Chanum-Moschee, die einst zu den islamischen Bauwerken der Superlative gehörte und deren gigantische, leicht verwitterte Kuppeln bis heute eine ganz eigene Furore ausstrahlen. Auch der lebendige Siyob-Basar direkt nebenan lädt zum Stöbern ein, wo sich das bunte Alltagsleben zwischen Bergen von Trockenfrüchten, Gewürzen und frisch gebackenem Brot abspielt.

Ein echtes Highlight waren für uns auch die Shah-i-Zinda-Mausoleen, eine atemberaubende Gräberstraße aus blau schimmernden Mosaiken, die sich den Hang hinaufzieht. Leider besuchten wir sie am Mittag, als es extrem voll war und sich die Menschenmassen durch die schmalen Gassen schoben. Daher unser Tipp: unbedingt früh morgens dorthin gehen, um diese magische Stätte mit etwas meht Ruhe zu genießen.

Auch für Samarkand sind zwei Tage perfekt.

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Unser Fazit:
Wir sind im Nachhinein unheimlich froh, uns gegen den Truck und stattdessen für die Reise mit dem Zug entschieden zu haben. Da wir so auf eine entspannte, komfortable und schnelle Art und Weise von einem Highlight zum nächsten gelangt sind, ohne uns durch zermürbende Pisten quälen zu müssen. Natürlich muss man sich eingestehen, dass in Usbekistan vor allem in den großen historischen Städten immer etwas los ist und man sich die weltberühmten Sehenswürdigkeiten mit einigen anderen Reisenden teilt. Dennoch hat es uns rundum richtig gut gefallen, und trotz der vielen Menschen auf den Plätzen und vor den Denkmälern ist der ganz besondere Zauber von 1001 Nacht bei uns am Ende absolut angekommen.

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