Persönliches Fazit zum Pamir Highway

Pamir Highway - der Traum eines jeden Overlanders. Wie ist die Strecke wirklich? Und was musst du alles planen bevor du die zweithöchste Fernstraße der Welt meistern kannst.

Unser Reisezeitraum: Einreise Tadschikistan 03.08.2026 - Ausreise 29.08.2026

Dauer für den Pamir: 24 Tage

Route: Osch - Tulpar Lake - Murghab - Alichur - Geysir - Lake Bulunkul - Wakhan Valley - Kulob - Duschanbe - Bustan

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Wenn vom Pamir Highway die Rede ist, geht es um den Abschnitt der M41 von Duschanbe (Tadschikistan) bis nach Osch (Kirgistan). Es gibt die direkte Route, diese ist rund 1200 km lang oder Nebenrouten welche durch verschiedene Täler führen. Egal für welche Route man sich entscheidet, der größte Teil der Strecke verläuft durch die Autonome Region Berg-Badachschan, welche 45 % von ganz Tadschikistan ausmacht. Um dort unterwegs sein zu können braucht jeder Reisende das GBAO-Permit. Da wir die Strecke in Osch gestartet sind, konnten wir vorab in kein offizielles Büro (diese gibt es unter anderem in Duschanbe) und haben das Permit online hier bestellt. Es ist zwar teuer als in den offiziellen Stellen, doch es funktioniert spitze und man hat es innerhalb kurzer Zeit im E-Mail Postfach.

Nun hört man oft, dass man dieses Permit und Kopien vom Reisepass in 10 facher Ausfertigung dabei haben soll. Wir haben es uns in Osch in einer der zahllosen Copyshops 2x ausdrucken lassen. Kopien vom Reisepass hatten wir keine dabei. Das hat überall problemlos funktioniert. Manchmal geht es an den Kontrollen schneller wenn die Beamte eine Kopie behalten können, aber zwingend erforderlich war es für uns nie.

Was man noch wissen sollte bevor es los gehen kann

  • Tanken: Es gibt auch auf dem Pamir Tankstellen. In Murghab und in Alichur zum Beispiel. Im Wakhan Valley dann wieder an jeder Ecke. Dennoch sollte man genügend Sprit dabei haben. Denn in den Höhe ist der Verbrauch nicht zu unterschätzen. Wir haben fast das doppelte Verbraucht als sonst.
  • Lebensmittel: Auch hier gibt es in Murghab oder in Alichur kleine Läden. Es gibt aber oft nicht viel frisches Gemüse oder Obst. Auch Brot ist teilweise Mangelware. Also lieber vorher nochmal gut einkaufen. Aber auch bei wenig Stauraum, keine Sorge, es gibt immer Möglichkeiten. Zum Beispiel gibt es auch Jurtcamps die Mahlzeiten anbieten.
  • Straßen: die Strecke ist gespickt mit den schlechtesten Straßen die wir je hatten. Wellblechpiste, Schlaglöcher, Sand, oder auch alles auf einmal. Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei 20 km/h.
  • Höhenkrankheit: da wir von Osch aus gestartet sind, ging es schnell hoch hinaus. Wir waren bereits in Kirgistan immer wieder auf 3.500 Metern. Als wir dann aber den ersten Pass an der Grenze mit 4200 überquerten, ging es uns nicht mehr ganz so gut. Unser größtes Problem war, dass wir kaum schlafen konnten. Und natürlich die dünne Luft. Wenige Schritte und wir waren außer Puste. Wer die Route andersherum fährt, macht den Anstieg sanfter und hat wohl weniger Probleme. Es gibt auch Tabletten die helfen sollen - haben wir jedoch nicht getestet.
  • Internet: es gibt nur wenig Punkte an denen die lokale Sim Karte funktioniert. Wir waren froh an unserem Starlink
  • Ver-/Entsorgung: Die Möglichkeit Wasser zu tanken gibt es oft. Jedoch ist das Wasser immer irgendwie verschmutzt und wir würden es ohne vorher zu filtern nicht trinken. Entsorgung haben wir keine gesehen.
  • Registrierung: Tadschikistan hat eine komische Visa Regelung. Als Deutscher bekommt man 30 Tage ohne ein Visum zu beantragen, aber man muss sich nach spätestens 10 Arbeitstagen registrieren. Das geht in Khorugh oder auch in Murghab. Wenn man es versäumt, zahlt man bei Ausreise. Die Registrierung kostet natürlich auch - je nach Behörde zwischen 20 und 30 Euro.
  • Geld: Nimm genügend Bargeld mit. In den Bergen kann man nicht mit Karte bezahlen. ATMs gibt es in Murghab oder in Ishkoshiom dazwischen sind ca. 340 km wo gilt: nur Bares ist Wahres. Auch empfanden wir Tadschikistan allgemein als teuer - vor allem im Vergleich zu Kirgistan oder Kasachstan. Da es aber eh kaum Möglichkeiten gibt Geld auszugeben, war es am Ende unser günstigstes Land.
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Unser ehrliches Fazit: Wir sind froh, dass wir die Strecke gefahren sind und diese Erfahrung gemacht haben, würden sie aber kein zweites Mal machen. Die Landschaft ist wunderschön, besonders das Gebiet um die Seen Bulunkul und Yashilkul sowie die umliegenden Berge hat es uns total angetan. Es ist einfach atemberaubend, zwischen den hohen Gipfeln des Pamirgebirges entlangzufahren und diese gewaltige Natur hautnah zu erleben. Auch die Menschen, die dort leben, haben einen bleibenden Eindruck bei uns hinterlassen – wie sie in dieser unwirklichen, kargen Gegend Wind, Schnee und Kälte trotzen und mit so wenig auskommen, ist bewundernswert.

Doch dann ist da eben auch die andere Seite. Der ständige Wind sorgt dafür, dass es abends so extrem kalt wird, dass man kaum draußen sitzen mag. Der Sternenhimmel ist zwar toll, aber bei dem Wetter konnten wir ihn schlichtweg nicht genießen. Und wenn der Wind mal ausblieb, hatten wir sofort Stechmücken ohne Ende – kaum zu glauben, dass es in diesen Höhenlagen überhaupt so viele von ihnen gibt. Die Pisten sind so schlecht, dass man ununterbrochen durchgeschüttelt wird und nur im Schneckentempo vorankommt, wenn man sein Fahrzeug nicht komplett schrotten möchte. Die Ausblicke sind phänomenal, ja, aber irgendwann hat man sich an den kargen, schroffen Bergen einfach sattgesehen und sehnt sich nach ein bisschen Abwechslung.

Am wenigsten gefallen hat uns tatsächlich das Wakhan-Tal. Da schlängelt sich ein grauer, trüber Fluss den ganzen Weg durch die Schlucht, auf der anderen Seite liegt Afghanistan. Auf der tadschikischen Seite holpert man von einem Dorf zum nächsten, immer direkt am Fluss entlang, während links und rechts steile Berge aufragen. Man sieht weder links noch rechts etwas anderes. Und das zieht sich fast 650 Kilometer lang über Wege, bei denen man sich schon freut, wenn man mal mit Tempo 30 vorankommt.

Auch mit der Höhe hatten wir so unsere Probleme. Wir sind mit der dünnen Luft überhaupt nicht gut klargekommen und waren schon nach wenigen Schritten komplett außer Puste, was Wanderungen für uns ziemlich unattraktiv gemacht hat. Die ersten Nächte konnten wir kaum schlafen und waren dadurch tagsüber noch fertiger.

Der Pamir ist ein Abenteuer, haben wir immer wieder gehört. Für uns war er das aber nicht – sondern einfach nur die vielleicht nervigste Straße der Welt. Denn auch wenn es mehr Schlaglöcher als Teer gibt, es ist und bleibt eine Straße, auf der sogar ganz normaler LKW-Lieferverkehr stattfindet. Und das hat für uns dann eben nichts mehr mit dem großen Offroad-Abenteuer zu tun.

Viele sehen das anders, dessen sind wir uns bewusst, und diese Zeilen spiegeln auch wirklich nur unsere ganz persönliche Meinung wider. Für uns wird der Pamir Highway jedenfalls viel zu viel gehyped.

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Mit dem Land Tadschikistan sind wir einfach nicht warm geworden. Nicht nur wegen des Pamir Highways. Zu karg, zu wenig Abwechslung. Wir waren dagegen begeistert von Kasachstan und auch von Kirgistan und werden diese Länder sicher wieder besuchen, doch Tadschikistan werden wir beim nächsten mal auslassen.

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